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21.03.2008
27. März - Schaubühne Lindenfels:
Premierenparty "Meer is nich"
"Die schaffen es immer wieder, dass man so ist, wie man sich selbst nicht mag!",
seufzt Lena resigniert nach einem ergebnislosen Gespräch mit ihrem verstaubten
Berufsberater. Genau da liegt ihr Problem. Lena ist 17 und eigentlich voller Energie,
um irgendetwas Großes zu erreichen. Die Frage ist nur: Was? Das Einzige was im Moment
klar ist, sind die Dinge, die Lena NICHT tun will. Und diese Liste wächst täglich.
Blöderweise stehen da so ziemlich alle Sachen drauf, die von den Erwachsenen an sie
heran getragen werden: Entscheide dich für einen ordentlichen Beruf! Mache einen guten
Schulabschluss! Mache dies und tue jenes. Das gibt natürlich Stress. Stress in der
Schule - Stress zu Hause.

Lena bewundert die Leistung einer jungen Frau, die den Ärmelkanal durchschwommen hat.
Und ärgert sich gleichzeitig über ihre eigene Unentschlossenheit: "Und was machen wir?
Wir haben Angst, immer nur Angst!". Doch dann entdeckt sie bei einem Konzert, wie sich
die Schlagzeugerin der Band ihren Frust von der Seele trommelt - und fasst einen
Entschluss, der ihr Leben verändern wird: Lena will ab sofort Schlagzeugerin ihrer
eigenen kleinen Band sein! Dafür nimmt sie einiges auf sich. Nach einem erneuten
Streit mit ihrem Vater, haut sie von zu Hause ab. Sie baut sich aus Sperrmüll so etwas
wie ein eigenes Schlagzeug. Sie mogelt sich in einen Kurs der Musikhochschule - ist
begeistert vom jungen Schlagzeuglehrer, der Lenas Talent erkennt und sie fördert. Doch
irgendwann kommt der Tag, an dem sie merkt, dass auch ein selbst gewählter Weg mutige
Entscheidungen fordert...

"Meer is nich", das Langfilm-Regiedebüt von Hagen Keller, ist die Geschichte eines
Mädchens, das seinen Weg geht, sich nicht um jeden Preis anpassen will und trotz aller
Widerstände und Rückschläge einen eigenen Lebensplan durchsetzt. "Von den Bildern her
und der Geschichte, die er erzählt, ist es ein sehr schöner, ehrlicher, authentischer,
offener Film, der hoffentlich viele Leute berühren wird.", sagt die Hauptdarstellerin
Elinor Lüdde über ihr Filmdebüt. Die 24-jährige Thüringerin studiert in Leipzig
Anglistik, Kulturwissenschaft und Vergleichende Literaturwissenschaften. Im wahren
Leben hat sie sich ihren Filmtraum längst erfüllt - sie spielt Schlagzeug in ihrer
Band "sleazy inc. operated". Zwei ihrer Bandkolleginnen, Luise Kehm und Sandra Zänker
spielen in "Meer is nich" ebenfalls an ihrer Seite. Ergänzt wird das junge Trio von
erfahrenen Leinwand-Haudegen wie Ulrike Krumbiegel und Thorsten Merten - großartig in
der Rolle als Lenas Eltern - oder Urgestein Günter Naumann - als der alte,
charismatische Apel.

Herausgekommen ist dabei ein Film, der nicht durch eine ausgefuchste Story oder
atemberaubende Actionszenen fasziniert, sondern durch seine Wirklichkeitsnähe. Er
stellt viele sehr kluge Fragen danach, welche Lebensträume du hast - und ob du noch
auf dem Weg zu deinen Träumen bist. "Der Film soll den Menschen Mut machen, ihr Leben
selber in die Hand zu nehmen.", fasst Elinor Lüdde zusammen, "Sie sollen versuchen,
mehr ihren Träumen nachzueifern und sich nicht von irgendwelchen Niederlagen zurück
schrecken zu lassen, sondern einfach mal die Sachen anpacken und daran glauben, was
man will. Egal, wie alt sie sind. Selbst wenn man vierzig ist und merkt, dass man
keinen Bock mehr auf seinen Scheiß-Büro-Job hat, dann soll man den kündigen und
versuchen, anders weiter zu kommen. Weil das wichtig ist, dass man Sachen macht, die
einen glücklich machen."

Am 27. März steigt in der Schaubühne Lindenfels die Leipziger Premierenparty zum Film.
Um 20:00 Uhr gibt es "Meer is nich" auf der Leinwand zu sehen, und ab 22:00 Uhr steigt
die Party, auf der die drei Jungschauspielerinnen mit ihrer "echten" Band "sleazy inc.
operated" ihre Rockbarkeit unter Beweis stellen werden. Bestimmt auch eine gute
Gelegenheit, deren brandneue CD "Chiaroscuro" zu kaufen...
Hier noch ein paar nützliche Links:
Homepage der Band "sleazy inc.
operated"
Homepage zum Film "Meer is nich"
text_: jan kaefer
fotos_: kinowelt filmverleih |
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