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16.03.2008
1.FC Lok - FC Sachsen II:
Nullnummer im "kleinen" Derby



"Gewalt ist keine chemische Lösung", hatten die Leutzscher Fans auf einem Transparent verkündet. Dieses Versprechen hielt genau sechs Spielminuten. Dann wurden aus dem grün-weißen Block gezielt Leuchtraketen auf die Fans des 1.FC Lok abgefeuert. Diese antworteten mit Böllern, und einige aufgeregte Anhänger beider Lager versuchten, aufeinander loszugehen. Erst als drei Polizeiketten aufmarschierten, um die Blöcke zu trennen, kehrte wieder Ruhe ein. Als sich schließlich der Rauch eines im Lok-Fanblock gezündeten Nebeltopfes verzogen hatte, fiel den 9.895 Besuchern im Zentralstadion plötzlich auf, dass ja hier auch Fußball gespielt wurde.



Und wie zur Bestätigung, glänzte René Heusel mit einer ersten Riesen-Chance für Lok, als er auf halblinks von der Strafraumgrenze abzog, der Ball aber knapp am Tor vorbei strich (14.min). Lok hatte das Spiel ganz gut im Griff, allerdings ohne wirklich zwingend zu sein. Alexander Kunert zog in der 21. Minute nach einem langen Einwurf gefährlich aus dem Gewühl ab, traf aber ebenfalls das Tor nicht. Danach hielt sich die Spannung über lange Strecken arg in Grenzen - bis sich plötzlich Manuel Starke in der 44. Minute mit Ball am Fuß nur knapp zwei Meter vor dem Sachsentor wiederfand. Die rund 7.000 Lokfans machten sich schon mal genüsslich zum Torjubel bereit, musste dann aber lernen, dass man auch aus zwei Metern durchaus daneben schießen kann (siehe großes Foto oben). Wetzig setzte kurz darauf noch einmal nach, aber seinen Schuss von halbrechts holte sich Sachsen-Keeper Marius Kansky.



Die zweite Halbzeit begann mit einem erfrischendem Regenschauer, der die Jungs auf dem Rasen scheinbar munter machte. Der FC Sachen spielte jetzt besser mit, wodurch das Spiel an Tempo gewann. Die erste nennenswerte Möglichkeit hatte aber wieder Lok. Nach einem langen Freistoß von Holger Krauß, brachten zwei Schüsse aus dem Gewühl das Tor von Kansky in arge Bedrängnis (58. min). Drei Minuten später dann ein Freistoßhammer von Robert Gerber, für den Lok-Hüter Jan Evers schon mal eine Flugparade auspacken musste. Als ein schneller Angriff von René Heusel und Rico Engler auch in den Armen des Sachsen-Torwarts endete, hatte Lok sein Chancenpulver verschossen. Die letzte Viertelstunde gehörte den Grün-Weißen, die in der 75. Minute nach einer Ecke und einem Kopfball aus Nahdistanz ihre größte Chance hatten. Evers konnte die Kugel gerade noch so über die Querlatte lenken. Kurz vor Schluss testete Sebastian Hauck mit einem verdeckten Schuss von der Strafraumgrenze noch einmal die Reaktionsfähigkeit vom Lok-Keeper, aber mehr war nicht.



Der FC Sachsen II feierte das 0:0 wie einen Sieg. "Wir haben uns eindrucksvoll zurück gemeldet.", freute sich deren Trainer Michael Breitkopf. "Mit ein bisschen Glück, hätte auch ein Sieg drin sein können.". Lok-Trainer Rainer Lisiewicz trauerte den vergebenen Chancen hinterher und akzeptierte die Punkteteilung. Das Ziel Aufstieg sieht er jedoch nicht als gefährdet an: "Es sind noch genügend Spiele, um die zwei Punkte Rückstand zu korrigieren".

Harte Maßnahmen hingegen kündigte Winfried Lonzen an. Den FCS-Präsidenten und Stadionbetreiber haben die Ausschreitungen in den Anfangsminuten sehr erschreckt. Er plädiert dafür, dass an den Stadioneingängen Bilder von Randalierern ausgehängt werden, denen dann der Eintritt verwehrt werden soll. Das gelte auch für ganze Fangruppen. "Ich habe auch nichts gegen Sippenhaft. Ich werde gnadenlos durchgreifen.", polterte Lonzen.

text_&_fotos_: jan kaefer

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